Trennung und Trauer

Sie haben einen geliebten Menschen durch Trennung oder Tod verloren. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Sie können sich jetzt nicht vorstellen, jemals wieder Leichtigkeit und Lebensfreude zu empfinden, weil der Schmerz über den Verlust zu schwer wiegt.

 

Vielleicht kennen Sie gut gemeinte Ratschläge, wie z. B. „Die Zeit heilt alle Wunden“, „Das Leben geht weiter“ oder „Du brauchst dringend Ablenkung und musst auf andere Gedanken kommen“ oder anderes.

 

Doch Sie merken, dass dies keine wirklichen Hilfen sind, fühlen sich vielleicht unverstanden und in Ihrer Trauer nicht angenommen.

Vielleicht ziehen Sie sich noch mehr zurück, weil Sie das Gefühl haben, sich rechtfertigen zu müssen und der Überzeugung sind, dass keiner ermessen kann, wie es Ihnen wirklich geht.

 

Oft ist es so, dass Andere mit der Trauer ihrer Mitmenschen nicht so gut umgehen können, weil sie an ihre eigene unverarbeitete Trauer erinnert werden, die sie vielleicht verdrängt oder betäubt haben, oder sie fürchten sich davor, selbst einmal in eine ähnliche Situation geraten zu können.

 

All das macht es nicht leichter, sich im eigenen Gefühlschaos zurechtzufinden.

 

Die Psychologin Verena Kast beschreibt im Wesentlichen vier Trauerphasen, die in ihrer Art und Dauer jedoch stark variieren können und von der Persönlichkeit des Trauernden, von den Umständen der Trennung/des Todes und der Beziehung zu der getrennten oder verstorbenen Person bestimmt werden. Die Formulierungen beziehen sich auf den Verlust  durch den Tod, weisen allerdings sehr häufig Ähnlichkeit mit dem Verlust durch Trennung auf und sind von daher so oder ähnlich übertragbar.

 

1. Die Phase des Nicht-wahrhaben-Wollens

Die Nachricht des Todes löst einen “Gefühlsschock“ aus. Der Verlust wird geleugnet, man kann und will nicht realisieren, was geschehen ist, die eigenen Emotionen können nicht wahrgenommen werden. Die trauernde Person scheint empfindungslos, fühlt sich oft selbst “wie tot“. Die körperlichen Reaktionen können alle Symptome eines Schocks (schneller Pulsschlag, Schwitzen, Übelkeit, motorische Unruhe) aufweisen.

 

2. Die Phase der aufbrechenden Emotionen

In dieser Phase erlebt der Trauernde ein regelrechtes Gefühlschaos: Wut, Trauer, Angst, Zorn, Schmerz, Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle, auch aggressive Gefühle gegen sich oder andere können sich einstellen. Welche Emotionen sich mischen oder überwiegen, hängt stark von der Persönlichkeit des Betroffenen ab. Diese Stimmungslabilität kann im Kontakt mit anderen schnell zur Schwierigkeit werden. Die Ohnmacht des Menschen angesichts des Todes kann nur schlecht eingesehen werden; es treten Schuldgefühle auf, weil man befürchtet, nicht alles getan, etwas versäumt oder unterlassen zu haben, das den Tod hätte verhindern können, oder es werden andere Menschen dessen beschuldigt.

 

3. Die Phase des Suchens und Sich-Trennens

Auf jeden Verlust reagieren wir mit Suchen. Beim Verlust eines geliebten Menschen suchen wir zum einen den realen Menschen (Aufsuchen von Orten, die der Verstorbene mochte; in den Gesichtern anderer Menschen nach Zügen des Verstorbenen suchen, Übernehmen von Gewohnheiten des Verstorbenen) und zum anderen Möglichkeiten, Teile der Beziehung zu erhalten (Erzählungen und Geschichten über den Verstorbenen; innere Zwiegespräche mit dem Verstorbenen); diese intensive Auseinandersetzung wird zugleich als unheimlich schmerzhaft und auch unendlich schön empfunden. Im Verlauf des Suchens, Findens und Wieder-Trennens kommt der Augenblick, wo der Trauernde die Entscheidung trifft, wieder ja zum Weiterleben ohne den Verstorbenen zu sagen, ohne ihn zu vergessen, oder aber in der Trauer zu verharren.

 

4. Die Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs

Im Verlauf der vorangegangenen Phase wurden Wege gefunden, mit dem Verstorbenen positiv umzugehen. Oft wird er zu einer Art “innerem Begleiter“. Die Gedanken und Handlungen kreisen nicht mehr ständig um den Verstorbenen, aber Erinnerungen sind lebendig geblieben. Innere Ruhe und Frieden können wieder in die Seele einkehren. Die Gestaltung des eigenen Lebens wird mehr und mehr möglich.

 

Können Sie sich in einer der ersten drei Trauerphasen wiedererkennen bzw. haben Sie das Gefühl, alleine nicht weiterzukommen, begleite ich Sie gerne in dieser schwierigen Lebensphase.

Tanja Tatka

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